Das Wichtigste in drei Punkten
- Eine typische Anlage mit 300 W, 150 Ah Lithium und Wechselrichter wiegt nach eigener Rechnung etwa 47 bis 57 kg, je nach Modulen und Wechselrichter.
- Eine 100-Ah-LiFePO4-Batterie wiegt rund 12,5 kg, eine AGM-Batterie mit 95 Ah etwa 30 kg.
- Flexible Module sparen gegenüber starren pro 200 W grob 5 bis 10 kg (eigene Rechnung aus 3 bis 5 kg gegenüber 10 bis 14 kg), der Wechselrichter wird oft unterschätzt.
Hintergrund: Warum das Gewicht zählt
Alles, was du nach der Erstzulassung einbaust, steht nicht im Fahrzeugschein und frisst Zuladung (Wie berechne ich die Zuladung meines Wohnmobils?). Eine Solaranlage mit Lithium-Batterie ist meist ein kleiner, aber nicht vernachlässigbarer Posten. Unser Zuladungsrechner geht für die Beispiel-Anlage von 40 kg aus.
Die Bauteile im Einzelnen
| Bauteil | Gewicht | Herkunft |
|---|---|---|
| LiFePO4-Batterie 100 Ah, 12,8 V | 12,5 kg (Reimo MC-LB100) | Produktseite, also etwa 0,125 kg je Ah |
| LiFePO4, allgemein | 10 bis 17 kg je Batterie | promobil, 22.01.2026 |
| Blei-AGM 95 Ah | etwa 30 kg je Batterie | promobil, 22.01.2026 |
| Solarmodul 200 W, starr mit Rahmen | 10 bis 14 kg | EcoFlow (Herstellerblog), Richtwert |
| Solarmodul 200 W, flexibel | 3 bis 5 kg | EcoFlow (Herstellerblog), Richtwert |
| Wechselrichter 12 V, 1.600 VA (1.300 W) | 10 kg (Victron Phoenix Compact) | Händlerseite Solarkontor |
| Regler, Booster, Kabel, Sicherungen, Halter | etwa 9 kg | Richtwert aus unserem Solarrechner |
Aus den Modulangaben rechnen wir (eigene Rechnung): starr etwa 50 bis 70 g je Watt (10 kg ÷ 200 W bis 14 kg ÷ 200 W), flexibel etwa 15 bis 25 g je Watt. EcoFlow nennt als Bereich auf Watt umgerechnet 50 bis 120 g starr und 15 bis 40 g flexibel, weil kleinere Module relativ schwerer sind.
Rechenbeispiel: 300 W, 150 Ah, 1.500-W-Wechselrichter
| Posten | Rechnung | kg |
|---|---|---|
| LiFePO4 150 Ah | 150 × 0,125 | 18,8 |
| Module starr, 300 W mit Halterung | 300 × 0,065 | 19,5 |
| Wechselrichter 1.500 W | Solarrechner: 1.500 ÷ 250 | 6,0 |
| Regler, Booster, Kabel, Sicherungen | Richtwert | 9,0 |
| Summe | etwa 53 |
Setzt du den Wechselrichter mit 10 kg an, wie die Händlerseite zum Victron-Gerät, sind es etwa 57 kg. Nimmst du flexible Module (300 × 0,03 = 9 kg, Mitte der Spanne, Richtwert), liegst du bei etwa 47 kg. Die Gesamtspanne von etwa 45 bis 60 kg deckt sich mit der früheren Faustregel von 30 bis 60 kg, die untere Grenze erreichst du eher mit kleinerer Batterie und Verzicht auf den Wechselrichter.
Lithium gegen Blei: der Unterschied
Bei gleicher Nennkapazität ist Lithium rund 2,5-mal leichter (30 kg AGM gegenüber 12,5 kg LiFePO4, eigene Rechnung: 30 ÷ 12,5 = 2,4). Der größere Effekt ist die nutzbare Kapazität: Lithium lässt sich zu etwa 90 % nutzen, Blei nur zu etwa der Hälfte (Richtwerte, siehe Lithium oder Blei). Für 135 Ah nutzbar brauchst du deshalb bei Blei etwa 270 Ah Nennkapazität. Mit AGM zu 95 Ah und 30 kg wären das 270 ÷ 95 × 30 ≈ 85 kg (eigene Rechnung). Lithium kommt bei 150 Ah auf etwa 19 kg. Der Unterschied liegt bei etwa 66 kg, also bei einer Größenordnung, nicht „etwa das Doppelte“.
Gewicht sparen ohne Komfortverlust
- Flexible Module sparen laut EcoFlow bei zwei 200-W-Modulen 15 bis 20 kg Dachlast, halten laut Berichten aber oft weniger lange (Starre oder flexible Module).
- Den Wechselrichter nur so groß wählen, wie du ihn brauchst (Wechselrichter-Größe).
- Batterie nach Tagesverbrauch planen, nicht nach Gefühl (Batterie-Größe).
- Kabelwege kurz halten; Querschnitte nicht überdimensionieren, aber nach Strom und Länge auslegen (Kabelquerschnitt).
Typische Fehler
- Nur die Module wiegen und Batterie, Wechselrichter, Kabel vergessen.
- Herstellerangaben (Marketing wie „60 % leichter“) ungeprüft übernehmen. Wiege die Batterie selbst oder nutze das Datenblatt.
- Gewicht der Dachlast und die zulässige Dachlast verwechseln. Die zulässige Dachlast klärst du mit dem Fahrzeughersteller.
- Die Anlage nicht in die Zuladung einrechnen.
Checkliste
- Batterie-Gewicht im Datenblatt nachsehen.
- Module mit Halterung wiegen.
- Wechselrichter und Zubehör addieren.
- Das Ergebnis im Zuladungsrechner eintragen. Der Solarrechner übergibt dir das Gewicht deiner Anlage direkt.
Wann du eine Fachstelle fragst
Wenn Dachlast, Befestigung oder Achslast kritisch sind, frag Hersteller oder Prüfstelle; Umbauten brauchen unter Umständen eine Eintragung (Kastenwagen-Zulassung). Diese Antwort ist keine Rechts- oder Statikberatung.
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Quellen
- Reimo: LiFePO4-Batterie MC-LB100, 100 AhKonkretes Produktgewicht: 12,5 kg bei 100 Ah und 12,8 V.
- promobil: Zuladung im Wohnmobil, Tipps zum Gewichtsparen (22.01.2026)Gewichte typischer Posten (Gasflaschen, Batterien, E-Bikes, Klima) und ein Rechenbeispiel mit 3.500 kg und 3.150 kg Leergewicht.
- EcoFlow: Flexible SolarmoduleGewicht je Modul: 200 W flexibel etwa 3 bis 5 kg, starr mit Rahmen etwa 10 bis 14 kg (Herstellerblog, daher Richtwert).
- Solarkontor: Victron Phoenix Inverter Compact 12/1600Gewicht eines 12-V-Wechselrichters mit 1.300 W Dauerleistung: 10 kg laut Händlerseite.